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Die Worte zum Tag…

Freitag, der 13. ist für mich immer ein besonderer Tag. Männerabend ist jeweils angesagt.
Diesmal ist es aber was ganz besonderes:

  • Dieses Jahr gibt es nur gerade EINEN Freitag der 13.
  • Mein bester Freund kommt für diesen Anlass extra aus Shanghai nach Bern
  • Gleichzeitig findet noch die Fussball-EM statt
  • Die EM findet in der Schweiz statt
  • In Bern wird an diesem Abend ein Match ausgetragen
  • Es spielt Holland gegen Frankreich

Die Vorzeichen stehen also ausserordentlich gut für einen ausserordentlichen Abend.

Erwartet werden heute 60’000 UPDATE: 200’000 Holländer in der Stadt Bern. Kurzfristig wird am Kornhausplatz ein zusätzliches Public Viewing eingerichtet. Die Stadt wird definitiv in Ausnahmezustand sein. Ich freue mich riiiiiesig.

Am Montag war ich nach den ersten Bierchen in der Stadt schon rot-weiss-blau geschminkt und zu meinem Oranjeshirt habe ich einen riesen Hut geschenkt bekommen. Wurde also quasi annektiert. Das wird heute wohl nicht anders aussehen…

Cari amici italiani, stasera meno cattenaggio e piu calcio! Ich würde euch den Sieg über die Rumänen wirklich gönnen. Auch im Hinblick auf die unschönen Reaktionen, die im Falle einer Niederlage in Italien zu erwarten wären…

Somit gewinnen heute Italien und Holland. Passend dazu präsentiere ich das folgende Rezept mit musikalischer Untermalung (bitte Video starten und dazu gleichzeitig das Rezept studieren):

Geröstetes Huhn mit Honig und Orange
Zutaten (4 Portionen):

12 Hühnerkeulen
2 EL Honig
2 mittelgroße Orangen
Olivenöl

Zubereitung:

Geben Sie die Keulen in eine Ofenform und beträufeln Sie sie gleichmäßig mit dem Öl.
Geben Sie den Honig in die Form.
Schneiden Sie die eine Orange in der Hälfte durch. Die andere schneiden Sie in dicke Scheiben.
Drücken Sie die beiden Orangenhälften über den Hühnerkeulen aus. Die Orangenscheiben der anderen Orange legen Sie unter die Keulen. Würzen Sie mit Salt und Pfeffer.
Rösten Sie die Keulen bei 200°C ca. 50 bis 60 Min. Drehen Sie die Keulen dabei zwei bis dreimal um. Essen Sie mit ihren Fingern.

Alternativ würde sich auch ein Coq au vin à l’orange vorzüglich eignen…

Vor einem Jahr: Post!

Heute vor einem Jahr habe ich äusserst erfreuliche Post aus dem Briefkasten gezogen.
Es war nach langem Warten genau das Zeichen (und die Nummer) auf die ich so gehofft hatte.

10 Monate später haben wir in Frankreich sogar die Poststelle fotografiert, wo die Karte ihre Reise begonnen hat.

Hach…

Am Samstag geht das Licht aus…

Am kommenden Samstag sollen im Zeichen des Klimaschutzes zwischen 20:00 und 20:05 überall die Lichter ausgeschaltet werden. So will es zumindest eine gemeinsame Aktion in Deutschland, Österreich und der Schweiz. lichtaus.jpg

Ich frage mich, wie gut das wohl die Stromnetze aushalten werden. Solche extremen Schwankungen der Netzbelastung sind nicht unproblematisch. Man erinnere sich bloss an den einzelnen Baum, der im 2003 einen totalen Stromausfall in Italien auslöste. Aber nicht bloss das plötzliche Ausschalten birgt Probleme, sondern auch das kollektive Wiedereinschalten lässt die Relais und Kraftwerke schwitzen.

In Deutschland warnen nun schon Wissenschaftler davor, dass die Aktion zu einem Totalausfall der europäischen Stromnetze führen könnte. Machen in den drei Ländern mehr als 10 Millionen Menschen mit, wirds eng. Sind 10 Millionen Mitmacher utopisch? Nein, denn bei der gleichen Aktion in Frankreich beteiligten sich im Februar 7 Millionen Menschen. Am Samstag sind nun drei Länder beteiligt…

Toll, das wird sicher eine spannende Sache. Ich werde auf jedenfall meine Festplatten am Samstag vom Stromnetz nehmen, man weiss ja nicht, welchen Spannungschwankungen sie bei dieser Aktion ausgesetzt werden…

Tag 3: St. Malo – Quimper – Angers (13.11.07)

Reisebericht unserer Tour de France.

Um 8 Uhr wachen wir auf. Das Zimmer kommt uns immer mehr wie ein Gefängnis vor, wir sind froh heute abend an einem anderen Ort zu übernachten. Die Unterkunft ist günstig, aber das merkt man dann eben auch.

Beim Frühstück sind wir beinahe die einzigen, etwas das mir in den Ferien immer wieder passiert. Nach dem Frühstück schauen wir noch auf dem Internet-Terminal der Unterkunft nach, ob wir was über den geplanten Streik der SNCF herausfinden können. Leider lässt sich auf der Kiste weder ein PDF- noch ein DOC-Dokument öffnen. Henusode.

Nach dem Packen promenieren wir am Strand zurück in Richtung Bahnhof. Wir geniessen nochmals den Blick auf den Ärmelkanal und schmauchen eine Zigi. Das Meer scheint wärmer als erwartet, zumindest scheint mir das beim Fingerreinstecken so. An der Strandpromenade liegen einige Hotels aber auch Privathäuser. In den Hotels wird gefrühstückt, in den Privathäusern Tee getrunken. Wir sehen ein CH-Pärchen zum dritten Mal in St. Malo und ein gemütlicher Boxer schaut uns beim Rauchen zu.

An der historischen Polizeikaserne mit temporärem Meerblick laufen wir vorbei zum Bahnhof. Unser TGV nach Rennes wartet schon auf dem Gleis. Im Zug trinken wir die letzten Energy-Drinks aus der Schweiz und spielen eine Runde Eile mit Weile (ich gewinne schon wieder…). Ein kleiner Franzose, der gerade gelernt hat zu laufen findet uns extrem interessant, seine Mami muss immer wieder mit ihm herlaufen damit er uns zusehen kann.

In Rennes wechseln wir auf den TGV nach Quimper. Ich liebe es, im Zug andere Personen zu beobachten oder ihren Gesprächen zu lauschen. Vor uns sitzt eine junge Mutter mit ihrem kleinen Bébé, daneben eine ältere Oma und eine Reihe weiter vorne eine jugendliche Frau. Diese Kommunikation zwischen den drei Generationen ist sehr spannend zum zusehen und zuhören. Mich stört es dann auch nicht, dass die Mutter ihr Kind auf dem Sitz neu gewickelt hat.

Ab Auray scheint wieder die Sonne. Unterwegs wird uns plötzlich bewusst, dass wir das heutige Datum auf dem Interrail Pass nicht eingetragen haben. Wenn wir nicht kontrolliert werden, heisst das ein Tag gespart. Kontrolliert wird aber gar nicht, das ist mir schon am ersten Reisetag aufgefallen. Wir erreichen also Quimper ohne dafür einen Reisetag auf dem Interrail Pass zu notieren.

In Quimper ist die Sonne verschwunden, es ist bedeckt, nieselt und es geht ein kühler Wind. Wir haben keine Karte vom Ort und suchen am Bahnhof vergebens auf der Übersichtskarte nach unserem Hotel, das ich am Vortag via Internet gebucht hatte. Nach einigem Suchen entscheiden wir uns, am Kiosk eine Karte zu kaufen. Das Hotel liegt leider etwas ausserhalb des Zentrums, wir müssen den Bus nehmen.

Bevor wir in den Bus steigen, suchen wir einen Supermarkt, um uns mit einigen Lebensmitteln zu versorgen. Wir finden einen in der Nähe und kaufen pain, fromage de brebis, caprice des dieux, viandes assortis, bisquits de beurre und ein SevenUp. Während wir einkaufen beginnt es draussen zu regnen. Wir entscheiden uns, bevor wir zum Hotel fahren uns noch schnell am Bahnhof über die Weiterreise von morgen zu erkundigen und die Sitzplatzkarten zu kaufen.

Zurück am Bahnhof dann die Hiobsbotschaft: Morgen fahren ab Quimper KEINE Züge! Was nun?
Da uns die Lage des Hotels nicht gefällt und uns die Stadt auch nicht wirklich zusagt (das aktuelle Wetter spielt da bestimmt auch eine Rolle) entscheiden wir uns, nicht in Quimper zu bleiben. Wir wollen hier ganz im Westen nicht festhocken bleiben. Das heisst aber, dass das reservierte Hotelzimmer storniert werden muss. Ich rufe beim Hotel an, die Reservation lässt sich aber offenbar nur übers Internet zurücknehmen. Ich lasse also Simi mit dem Gepäck am Bahnhof zurück und mache mich auf die Suche nach einem Internetcafé.

Ein Sexshop finde ich auf Anhieb, ein Internetcafé aber nicht. Die Zeit drängt. Ich versuche mein Glück in einer düsteren Bar an einem beinahe antiken Internetterminal. Ich investiere 1.20 € um dann festzustellen, dass eine Internetverbindung nicht möglich ist. Ich versuche mein Glück in einem Hotel, leider haben sie kein Internet zur Verfügung. Die Dame am Empfang kann mir aber auf der Karte ein Internetcafé zeigen. Ich nehme meine Füsse unter die Arme und spurte zum angegebenen Ort. Die Zeit drängt weiter, es fahren nicht mehr viele Züge nach Angers, unserem neuen Ziel für heute abend.

Ich finde das Internetcafé auf Anhieb, das Stornieren des Hotels in Quimper klappt problemlos. Ich suche, finde und reserviere via Internet ein Hotel in Angers, denke sogar daran mir eine Karte zum Hotel auszudrucken. Im Eiltempo laufe ich zurück zum Bahnhof. Simi ist noch da und hat sich in der Zwischenzeit verpflegt. Ich will mir ebenfalls gleich ein Brot mit Käse gönnen als mein Telefon klingelt: Das gebuchte Hotel in Angers ruft an und teilt mir mit, dass die Reservation leider nicht möglich sei, da schon alle Zimmer ausgebucht seien. Die Dame am Telefon nennt mir aber ein anderes Hotel in Angers, das noch frei sei. Das Hotel liege direkt am Bahnhof und sie könne für uns eine Reservation vornehmen lassen. Da uns die Zeit fehlt nach einer Alternative zu suchen sage ich zu.
Wir kaufen uns Platzkarten und gehen aufs Gleis. Der Zug (wiederum ein extrem schönes, modernes Exemplar, diesmal Marke Alstom) steht schon auf dem Gleis. Wir genehmigen uns aber noch eine Zigi, um den Stress der letzten Minuten etwas zu verdauen. Dabei fällt mir auf, dass unser Zug wohl schneller als ein Vogel reist.

Bevor wir uns in den Zug setzen mache ich noch ein paar weitere Fotos von Quimper. Damit uns nebst der umsonst gekauften Karte vom Ort auch noch ein paar weitere Erinnerungen bleiben.

Im Zug komme ich endlich dazu, etwas zu essen. Dabei fülle ich auch noch die Interrail Pässe aus, für heute hatte ich genug Nervenkitzel. Anschliessend fahren wir wieder gegen Osten und spielen dabei Trivial Pursuit. In der Dunkelheit kommen wir in Redon an, hier müssen wir umsteigen. Wir warten im Bahnhofgebäude auf unseren Anschlusszug nach Nantes. Die Spannung steigt, denn ab diesem Zeitpunkt beginnt der nationale Streik der SNCF. Niemand weiss, ob und welche Züge noch fahren.

In einem Uraltwagen fahren wir schliesslich von Redon nach Nantes. Die Toilette des Zuges ist mir sogar ein Foto wert.

In Nantes geht es erstmal nicht weiter, der Anschlusszug hat Verspätung. Wir setzen uns in ein Café und stärken uns bei Bier und Thé nature. Wir informieren die Eltern über den Stand der Dinge (das mit dem Blog muss ich nochmals erklären „Ah ja, jetzt sehe ich die Fotos!“) und beruhigen die Nerven („Well down!“).

Mit einiger Verspätung trifft der TGV nach Angers doch noch ein. Im fast komplett leeren Zug fahren wir los, die Szenerie ist etwas gespenstisch. Ich hoffe insgeheim, dass die Zugsicherung (und die Signale) nicht auch streiken.

Um 21:30 kommen wir in Angers an. Das Hotel de Champagne liegt tatsächlich direkt gegenüber dem Bahnhof und erweist sich als Glücksfall. Das Zimmer ist sehr hübsch und hat eine wunderschöne Dusche. Wir lassen aber die Dusche links und das Gepäck liegen und machen uns auf den Weg in die Stadt Angers. Simi hat hier im Januar ein Stage gemacht und kennt daher die Ausgehmöglichkeiten. Und so führt sie uns dann auch zielsicher zum Welsh Pub. Ein kleines, verrauchtes und gestossen volles Lokal, extrem gemütlich und genau das Richtige nach einem solchen Tag. Simi sucht und findet auch gleich wieder die Hauskatze des Lokals, Erinnerungen werden wach.

Wir trinken zwei Pints Leffe und spielen ein paar Runden Yatzy. Gegen Mitternacht machen wir uns wieder auf den Heimweg zum Hotel. Dort wecken wir die Zimmernachbarn mit unserer Dusche und anderem „Lärm“. Erschöpft aber glücklich schlafen wir auf dem Grand lit (das für mich etwas zu kurz geraten ist) ein.