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Die dubiosen Machenschaften der Möven Touristik in Baar

Hey, ich habe 10’000 Franken gewonnen! Und das schon vor Monaten!
Leider scheine ich aber bisher nichts davon gemerkt zu haben. Zumindest habe ich es bis jetzt verpasst, den Gewinn einzufordern. Aber glücklicherweise erhalte ich nun noch eine letzte Chance, doch noch den Gewinn entgegennehmen zu können.
Und das beste daran ist: zur Gewinnübergabe der 10’000 Franken kann ich auch gleich noch ein paar Freunde mitbringen. Und diese Freunde bekommen auch gleich noch haufenweise Dinge geschenkt. Hach ist die Welt doch schön!

Gewinnbrief (Rückseite)

Zu schön um wahr zu sein…
Undankbar wie ich bin, habe ich mich entschieden der Sache etwas auf den Grund zu gehen. Folgendes habe ich bisher herausgefunden:

  • Die als Absender angegebene Firma Möven Touristik in Baar existiert nicht im Handelsregister. Ich vermute, dass die Firma Möven Touristik AG in Neuenhof nichts mit diesem Fall zu tun hat
  • Es existiert von dieser Firma weder eine Telefonnummer noch Website oder Email-Adresse
  • Das Couvert wurde von Österreich verschickt (Aufdruck: „Österreichische Post AG, Info.Mail Entgelt bezahlt“)

Der Antworttalon (um mich für die Gewinnübergabe anzumelden) ist adressiert an: Möven Touristik, Neuhofstrasse 3a, 6340 Baar. Ich habe nun einen meiner Agenten (danke!) an diese Adresse geschickt um mal die Situation vor Ort zu erkunden. Und siehe da: Es gibt sogar einen Briefkasten, der an dieser Liegenschaft mit „Möven Touristik“ angeschrieben ist:

firmenindex_briefkasten

Erstaunlich ist bloss, dass alle anderen Firmen die auf diesem Schild aufgeführt sind ebenfalls denselben Briefkasten nutzen… Alle Post dieser „Firmen“ wird von der „go swiss Group AG“ entgegengenommen.

briefkasten

Die go swiss Group AG biete laut ihrer Website ausländischen Firmen ein virtuelles Büro in Baar an. Ein virtueller Firmensitz also. Inklusive Erledigung der gesamten Geschäftskorrespondenz. Die Anmeldungen für die Gewinnübergabe werden also von der go swiss Group AG entgegengenommen und weitergeleitet (oder -verarbeitet).

Anmeldungen? Ja, denn ganz zufällig hat ein Freund von mir (wohnt in einer anderen Gemeinde) ebenfalls einen Gewinn erzielt. Auch er hat noch eine letzte Chance, diesen Gewinn abzuholen. Ort und Termin der „Übergabe“ ist aber nicht gleich wie bei meiner Übergabe. Es scheinen offenbar ganz viele Gewinne noch zu verteilen sein…

Ich habe mich mal vertrauensvoll an die Gewerbepolizei gewandt. Die war doch einigermassen interessiert über die Informationen und versprach, der Sache nachzugehen. Gleichzeitig verwies sie mich aber auch an die Kantonspolizei, die wohl auch ein Interesse an dieser Sache haben könnte. Und so landet mein Gewinnbrief nun auf dem Pult eines Kantonspolizisten.

Denn leider bin ich am vorgeschlagenen Gewinnübergabetermin gerade auf der anderen Seite der Erdkugel. Dumm gelaufen, denn die 10’000 Franken hätte ich dort sicher auch gut gebrauchen können…

Das ganze erinnert mich übrigens etwas an eine andere dubiose Firma in Baar.

[UPDATE: Offensichtlich haben auch andere Firmen an diesem Domizil dieselbe Masche im Angebot.
Informationen zur Sonnenscheinreisen Ltd findet man zum Beispiel hier. Und Informationen zur First Selection AG finden sich hier. Zudem ist die HH Future Fund GmbH an derselben Adresse übrigens auf dieselbe Person eingetragen wie die First Selection AG.]

[UPDATE (14.05.09): Die Firma hat offenbar ein neues Domizil. Die neue Adresse lautet: Möven-Touristik, Rütishofstrasse 2, 9052 Niederteufen]

Fuck, ist das geil!

Gestern habe ich die Steuererklärung 2008 erhalten. Nicht so geil.
Soeben habe ich die Steuererklärung 2008 online ausgefüllt und eingereicht. Extrem geil!

steuererklarung-08-quittung

Wenn man bedenkt, dass ich in den letzten Jahren jeweils erst nach der definitiven Veranlagung meine Steuererklärung per Einsprache (und somit mit knapp einem Jahr Verspätung) eingereicht habe, bin ich diesmal stolz auf mich. Ich habe das notwendige Übel nicht vor mich her geschoben, sondern erledigt bevor der Umschlag auch nur die Möglichkeit hatte unter einem Stapel zu verschwinden.
Bussen und Strafgebühren sollte ich diesmal vermeiden können…

Man sollte sich loben, auch wenn das geleistete für andere nichts besonderes ist.

Jetzt muss ich bloss noch etwas finden, das mich den unschön grösseren Steuerbetrag vergessen lässt…

Mit Mikrokrediten zum Glück

Diolizana Shuña Ravines führt ein kleines Geschäft in der Region Ucayali im Osten von Peru. Sie verkauft im Laden diverse Schreibwaren und Büromaterial. Um ihr Warenangebot zu vergrössern braucht Diolizana 2’000 Soles (750$).

Guldasta Pustukova lebt in Duschanbe, Tadschikistan. Guldasta verkauft traditionelle Kleider für Frauen und Kinder. Um weiteres Material zu kaufen, braucht Guldasta 1’000$.

Happiness Nnamani lebt in Igbede, Nigeria. Sie ist verheiratet, hat 4 Kinder und führt ein kleines Geschäft mit Elektrogeräten. Um weitere Geräte zum Weiterverkauf zu beschaffen braucht Happiness 1’200$.

Muwanga Nalongo ist die Chefin von einer kleinen Unternehmung in Najjembe, Uganda. Mitten im Mabira-Urwald verkauft ihre Mabira Development Group Wasser, Fruchtsäfte und Esswaren an Reisende der Strasse zwischen Kampala und Jinja. Muwanga möchte ihre Angebotspalette ausbauen und plant die Vergrösserung des Shops. Dafür braucht sie und ihre Angestellten 5’000$.

Das sind 4 Beispiele von Kleinunternehmen in Entwicklungsländern, die ihre Geschäftsidee mittels Mikrokrediten finanzieren. Mikrokredite sind ein ideales Mittel zur Selbsthilfe und eine direkte Entwicklungshilfe. Sie ermöglichen Personen einen Kredit, die normalerweise keinen Zugang zu solchen Investitionen haben.

Ich habe Diolizana Shuña Ravines, Guldasta Pustukova, Happiness Nnamani und Muwanga Nalongo je 25$ an ihre Mikrokredite bezahlt. Sie werden mir das Geld monatlich zurückbezahlen, mit Laufzeiten von 4 bis 8 Monaten.

Abgewickelt wird das ganze via kiva.org. Alle Projekte werden durch lokale Organisationen evaluiert und detailliert beschrieben. Durch regelmässige Kontrollen und Reportings wird die Verwendung des Geldes überprüft.

Sicherheiten gibt es keine, ich könnte theoretisch mein investiertes Geld verlieren. Da die Projekte aber von den lokalen Organisationen in den Ländern sehr sorgfältig ausgesucht werden, ist die Rückzahlungsrate mit 98.24% sehr hoch. Insgesamt wurden via Kiva mittlerweile 52,086 Projekte mit total 36’728’735$ finanziert.

Ich finde diese Art der Direkthilfe sehr genial. Auf Kiva bin ich schon vor etwa einem Jahr gestossen, konnte mich aber damals für kein Projekt entscheiden. Heute bin ich via Sam wieder darübergestolpert und habe mich endlich registriert.

Ich bin schon gespannt auf die Statusmeldungen aus Peru, Tadschikistan, Nigeria und Uganda…

Gut verhandelt…

Ich konnte den Zinssatz meiner Hypothek um 1,1% runterhandeln.
Obwohl: so richtig verhandelt wurde gar nicht.